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Aufbruch zu einer langen Reise: Von London nach Frankreich

von Lucy

Um andere Länder zu besuchen, bevorzugen die meisten Leute die Buchung von Flügen oder die Bahnreise. Meine Reisebegleiterin und beste Freundin Sandra ist nicht wie die meisten Leute. Ich bin nicht wie die meisten Leute. Anstatt also nach Mumbai zu fliegen – ein Ziel, das wir schon seit langer Zeit besuchen wollten – entschieden wir uns für die herausforderndere und aufregendere Option – die Reise mit dem Auto.

Sandra und ich lernten uns in der High School kennen. Wir spielten beide für das Volleyball-Team vor und wurden beide nicht genommen. Über die gemeinsam erlebte Ablehnung fanden wir sofort eine Verbindung zueinander, und bevor wir uns versahen, lachten wir zusammen und tratschten bei einem Eis in der Eisdiele um die Ecke über die Mädchen, die angenommen wurden. Wir wurden schnell beste Freundinnen und unternahmen alles, was beste Freundinnen zu der Zeit taten: Pyjama-Partys, unendlich lange Gespräche am Telefon und über Jungs, Austausch von Beauty-Tipps. Wir waren wie Schwestern. Aber nach dem Abschluss zog ihre Familie nach Australien, und wir verloren den Kontakt.

Während des Klassentreffens letztes Jahr fanden wir wieder zueinander. Es war zehn Jahre her, dass wir das letzte Mal miteinander gesprochen hatten; aber sobald wir uns wiedersahen, kamen alte Erinnerungen wieder, und es fühlte sich wie früher an. Wir redeten über damals, über unsere Träume und wie wir es vermisst haben, Zeit miteinander zu verbringen. Bevor der Abend zu Ende ging, begannen wir mit dem Plan für unsere ultimative Beste-Freundinnen-Wiedervereinigung – ein Road-Trip von London nach Mumbai. Ich bot an, die Planung für die gesamte Reiseroute zu unternehmen, und sie schlug vor, dass wir ihren Mini Cooper benutzen könnten.

Auf diese Weise begann das hier alles. Wir wussten, dass eine Fahrt von tausenden Kilometern nach Indien verrückt klang und dass es ein nahezu unmöglicher Kraftakt war; aber bevor wir 30 werden sollten, wollten wir ein großes Abenteuer erleben und so viel wie möglich von Europa sehen. Wir empfanden es zudem als großartige Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen. Also machten wir den Kleiner-Finger-Schwur und packten unsere Koffer.

Wir entschieden, dass das Olympische Dort der beste Startpunkt für unsere lange Reise war. Wir trafen uns direkt vor dem Olympischen Park, einem riesigen Sportkomplex, der vor einigen Jahren für die Olympiade gebaut worden war. Als Sandra den Motor startete, kam dieses merkwürdige Gefühl in mir auf – als ob ich in der Luft schwebe, als ob das alles vielleicht nur ein Traum war. Ich konnte es immer noch kaum glauben, dass wir tatsächlich durch Europa fahren sollten, um ein Land zu sehen, in dem noch keiner von uns jemals gewesen ist.

Mit dem Auto zu fahren ist sicherlich nicht der beste Weg, um nach Indien zu kommen. Es war nicht mal die beste Idee, um zu unserem ersten Stopp zu gelangen: Paris, Frankreich. Aber uns war nach Abenteuer zumute und nicht Bequemlichkeit. Wir fuhren eine Weile und nahmen dann die Fähre von Dover nach Calais. Die Überfahrt dauerte weniger als zwei Stunden. Nach unserer Ankunft aßen wir in einem Restaurant kurz zu Mittag und fuhren weiter nach Paris.

Wir näherten uns im Auto schweigend der Stadt der Lichter. Ich wusste nicht genau, worüber Sandra nachdachte, aber ich hatte mich in meinen Gedanken über Paris, Indien und Landkarten verloren; und darüber, ob dieser Road-Trip eine gute Idee ist.

Ein französischer Zwischenstopp

von Lucy

Ein Trip nach Frankreich ist einer der spannendsten Ausflüge für beste Freundinnen überhaupt. Verrückte Selfies vor dem Eifelturm knipsen, den Cour du Commerce-Saint-André mit hübschen Kleidern entlangspazieren, in Cafés sitzen und nichts anderes tun als Latté schlürfen und süßen Franzosen hinterherzuschauen – die Liste von Dingen, die du und deine Freundin in der Stadt der Lichter unternehmen könnt, ist endlos.

Sandra und ich kamen in unserem Mini Cooper hier an. Wenn du unsere Posts verfolgt hast, weißt du, dass wir gerade auf einem Road-Trip sind und dass wir versuchen auf dem Landweg von London nach Mumbai zu kommen. Frankreich musste ein Teil der Reiseroute sein. Diesen Zwischenstopp mussten wir einfach machen. Wir wollten schon immer zusammen Paris und andere Teile des Landes sehen, und da wir nun hier waren, waren wir uns einig keine Minute unserer Zeit zu verschwenden.

Wir kamen am ersten Sonntag des Monats an, und ein Tourist, den wir in der Lobby trafen, erzählte uns, dass es an diesem Tag freien Eintritt in den Louvre und das Musée d’Orsay gab. Wir nutzten die Gelegenheit und machten uns sogleich auf den Weg. Der Louvre war definitiv größer und spektakulärer als Sandra und ich uns das je vorgestellt hatten. Dass ich vor berühmten Gemälden stand, von denen ich bis jetzt nur gehört oder gelesen habe, machte mir Gänsehaut. Das Musée d’Orsay war ebenso großartig. Wir haben einen Renoir, Monet und Van Gogh gesehen, aber auch andere bekannte Meisterwerke.

Nachdem wir die Museen besucht hatten, entschieden wir uns für ein paar Touristenziele wie die Love Wall, die Kathedrale Notre Dame und für einen Spaziergang im Jardin du Luxembourg. Sandra wollte auch das Grab von Oscar Wilde sehen, also besuchten wir den Friedhof Père Lachaise, wo der berühmte Autor begraben ist. Am Abend machten wir noch am Platz du Vert-Galant ein Picknick, kurz bevor wir uns zurück zu unserem Hotel aufmachten, um uns aufs Ohr zu hauen.

Die nächsten beiden Tage in Paris verbrachten wir damit, in Geheimtipp-Boutiquen zu stöbern. Unser Favorit war das Geschäft  Iglaïne an der Rue de la Grand Truanderie. Dort wurden die tollsten Vintage-Klamotten verkauft, die wir uns leider nicht leisten konnten. Ich hatte gehofft ein paar Fotos zu diesem Artikel hinzuzufügen, aber leider hatte ich meine Kamera nicht dabei.

Nach Paris fuhren wir direkt nach Nizza, wo wir die Altstadt besichtigten. Das Zentrum mit Shoppingmöglichkeiten und Restaurants war dynamisch, mit Einheimischen und Touristen, die gutes Essen und günstige Schnäppchen genossen. Wir wollten auch noch einen Tag am Strand verbringen, also fuhren wir nach Ponchettes, einem öffentlichen Strand in der berühmten Baie des Anges.

Die Erfahrung in Nizza war einfach magisch, und Sandra und ich wünschten uns beide, dass wir länger hätten bleiben können. Aber wir mussten zurück nach Paris fahren, um zu unserem nächsten Ziel zu gelangen. Also hier sind wir nun in unserem Hotelzimmer in Paris und bereiten uns auf unsere lange Fahrt in die Schweiz vor.

5 Stopps, die du machen solltest, wenn du von der Schweiz nach Liechtenstein fährst

von Sandra

Unser Road-Trip durch Europa hat uns bis jetzt zu tollsten Orten der Erde geführt. Unter diesen Plätzen ist die Fahrt von der Schweiz nach Liechtenstein einer unserer Favoriten.

Die Schweiz ist wahrhaftig ein wunderschönes Land. Seine Gebirgen, Seen, Burgen und Weiden sind nicht von dieser Welt. Es fällt schwer an ein anderes Land zu denken, das die Schweiz in puncto Schönheit übertrifft.

Dann wäre da noch Liechtenstein, ein anderes, fantastisches Alpenland, das – ähnlich wie die Schweiz – für seine mittelalterlichen Burgen und seine panoramaartigen Grünflächen bekannt ist. Es ist allerdings wesentlich kleiner und hat eine Landfläche von nur 160 Quadratkilometern.

Wenn man von Zürich fährt, braucht es nur eineinhalb Stunden bis nach Liechtenstein. Da es keine sehr lange oder anstrengende Fahrt ist, ist es keine schlechte Idee zwischendurch einige Stopps einzulegen, um die Landschaft zu genießen. Hier sind fünf Orte, die es sich während des Trips anzuschauen lohnt.

1. Landesmuseum Zürich

Ein Besuch im Landesmuseum Zürich ist der beste Weg, um mehr über die Kulturgeschichte der Schweiz zu erfahren. Prähistorische und mittelalterliche Stücke, genauso wie zeitgenössische Bilder und Skulpturen können in den verschiedenen Abteilungen des Museums betrachtet werden. Das Gebäude sieht selbst aus wie ein Meisterwerk, denn mit seinen Höfen und Türmen erinnert es an Schlösser der französischen Renaissance.

2. Zürichsee

Dieser malerische See verdient einen Zwischenstopp. Er hat die Form einer Banane, und für etwas, das wie eine Banane aussieht, ist er unglaublich schön. Touristen können Boote mieten und die ganze Stadt vom Wasser aus betrachten. Wir haben nur für ein paar Minuten gehalten und kein Boot gemietet, aber wir konnten auf einer Bank sitzen und die friedliche Atmosphäre genießen, die von den sanften Wellen des Wassers ausging. In puncto Nachtleben geht im und um das Zentrum von Zürich eine Menge. Wir verbrachten vor dem Abendessen ein paar Stunden damit, eines der alteingesessenen Casinos in Fußnähe des Haupt-Touristengebiets zu besuchen. Es war ein sagenhaftes Casino, untergebracht in einem wunderschönen alten Gebäude, und es war ein perfekter Start in unseren Abend.

3. Schloss Vaduz

Das Schloss Vaduz sieht aus, als hätte man es aus einem Geschichtsbuch entnommen. Man kann nicht wirklich eine Tour im Schloss selbst unternehmen, weil noch Bewohner – ich glaube ein Prinz und seine Familie – dort leben. Aber das bedeutet nicht, dass man diesen majestätischen Bau nicht von der Ferne aus bestaunen kann. Man kann ihn von so ziemlich überall in der Stadt aus sehen, aber am besten kann man die Sicht in einem der Restaurant und Cafés in der Nähe genießen. Wir haben in einem Restaurant mit dem Namen Burg Brasserie zu Mittag gegessen. Es hat nicht nur einen tollen Ausblick auf das Schloss Vaduz, sondern serviert auch ausgezeichnetes italienisches Essen.

4. Burg Guttenberg

Dies ist ein anderes Schloss, indem du dich wie eine Disney-Prinzessin fühlen wirst. Im Gegensatz zu Schloss Vaduz ist Burg Guttenberg für die Öffentlichkeit zugänglich. Außerdem kannst du es kostenlos besichtigen.

5. Kunstmuseum Liechtenstein

Das Kunstmuseum Liechtenstein, beziehungsweise das Liechtenstein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst sieht ganz anders aus als die meisten der Gebäude, die du in der Schweiz finden wirst. Es war ursprünglich kein Teil unserer Route, aber der zeitgenössische Bau stach hervor und sah so beeindruckend aus, dass wir ihn uns ansehen mussten. Im Museum selbst befinden sich einige der interessantesten Werke moderner Kunst.

Was hältst du von dieser Liste? Wenn du sie magst, dann geh‘ sicher, dass du auf dem aktuellen Stand bleibst. Denn Lucy und ich haben noch einen weiten Weg vor uns bevor wir Indien erreichen. Wir werden zwar die meiste Zeit unterwegs auf der Straße sein, aber wir werden dich immer über unsere Abenteuer auf dem Laufenden halten wenn wir die Gelegenheit dazu haben (und ein gutes WLAN-Signal).